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Mehr als gut gemeint

Professionelle psychologische Beratung in der Sozial-Holding der Stadt Mönchengladbach

Bei Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen sind psychische Störungen und Erkrankungen seit Jahren auf dem Vormarsch. Die Sozial Holding der Stadt Mönchengladbach unterbreitet deshalb ihren Beschäftigten seit vielen Jahren ein besonderes Angebot: professionelle Beratung zum Nulltarif. Der Erfolg war bereits nach kurzer Zeit messbar.

AUSGANGSLAGE

Was war die Herausforderung?

Die Beschäftigten der Sozial-Holding der Stadt Mönchengladbach GmbH gehören zweifellos zur Risikogruppe. Das Unternehmen ist Träger der sieben städtischen Altenheime und damit Arbeitgeber für 875 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Altenpflege, in der – neben körperlichen – hohe psychische Belastungen verzeichnet werden. Ziel war es deshalb, bei seelischen Problemen eine frühzeitige Beratungsmöglichkeit anzubieten und damit ernsthaften Erkrankungen vorzubeugen.

AKTIVITÄTEN

Was wurde wie gemacht?

Die Sozial-Holding der Stadt Mönchengladbach verschafft sich alle 2 Jahre durch eine Mitarbeiterbefragung einen Überblick. Dabei werden u. a. psychische Belastungen in der Pflege, aber auch die Identifikation mit Arbeitsaufgaben und Unternehmen erhoben. Diese turnusmäßige Befragung fand auch im Jahr 2011 statt. Es zeigte sich, dass die Beschäftigten Interesse an einem psychologischen Beratungsangebot hatten. Daraufhin wurde die Suche nach einem geeigneten Anbieter begonnen. Auswahlkriterien waren eine qualitativ hochwertige Beratung und die dauerhafte Gewährleistung kurzfristiger Beratungstermine. Die Beschäftigten sollten bei seelischen Problemen aller Art anonym Unterstützung finden. Die Wahl fiel 2012 auf die psychologische Beratungsstelle EAP-Assist GmbH.

Bei der Umsetzung des Beratungsprogramms spielte der Betriebsrat der Sozial Holding eine entscheidende Rolle im Hinblick auf die sensiblen Themen Datenschutz und Wahrung der Anonymität. Er wirkte an der Vertragsgestaltung mit und unterschrieb auch den Kooperationsvertrag.

Beschäftigte der Sozial-Holding und deren Angehörige erhalten seit dieser Zeit nun schnelle und unkomplizierte Hilfe bei privaten, gesundheitlichen oder beruflichen Problemen. Dabei können sie auf das Wissen und die Kompetenz von Beraterinnen und Beratern ganz unterschiedlicher Professionen zurückgreifen, u.a. Ärzte, Apotheker, Psychologen, Sozialtherapeuten und Rechtsanwälte. Zusätzlich wurde das Angebot in den letzten Jahren um Gruppenberatungen und Mediationen ergänzt. Diese wurden und werden von diversen Teams innerhalb des Konzerns genutzt, um die interne Kommunikation und Zusammenarbeit zu verbessern.

Seit Beginn des Programms findet zudem im Abstand von sechs Monaten eine Evaluation der Mitarbeiterberatung statt. Dabei stellt das Beratungsunternehmen anonymisierte statistische Auswertungen zur Nutzung der Beratung und den Beratungsanliegen wie Belastungsreaktion, Suchtkrankheit, Familie, Mitarbeiterführung, Arbeitskonflikte, Überforderung, Psychosomatik oder Stress/Burnout. Auf diese Weise erkennt die Sozial-Holding Schwerpunkte für die Prävention.

Das Repertoire klassischer Gesundheitsförderung wie "Gesundheitstage" oder "Bewegungsangebote" wird durch Maßnahmen zur Steigerung des psychischen Wohlbefindens sinnvoll erweitert. Damit wird die Sozial-Holding dem Ziel einer ganzheitlichen Umsetzung gesundheitsförderlicher Maßnahmen gerecht..

ERGEBNISSE

Was konnte erreicht werden?

Seit Beginn der Kooperation wirkt sich das Angebot positiv auf das Krankheitsgeschehen aus, d. h. sowohl die Fallhäufigkeit als auch die Summe der Erkrankungstage aufgrund psychischer Erkrankungen liegen in der Regel unter den Branchenvergleichswerten.

Neun Prozent der Beschäftigten machten 2014 von dem Beratungsangebot Gebrauch (in Einzel- und Gruppenberatungen). Dieser signifikante Wert macht deutlich, dass psychologische Beratung in der Pflege notwendig und sinnvoll ist. Diese hohe Inanspruchnahme hat sich über die Jahre fortgesetzt.

Entscheidungsträger und Verantwortliche im Pflegesektor – aber auch in anderen Bereichen – haben die enge Verknüpfung von körperlichem und geistigem Wohlbefinden erkannt und berücksichtigen beide Aspekte bei der Gesundheitsförderung in den Einrichtungen der Sozial-Holding.

ERFOLGSFAKTOREN

Was können andere davon lernen?

  • Die Beschäftigten wurden in Informationsveranstaltungen vorab umfassend über das Beratungsangebot informiert, Leitungskräfte sensibilisiert und motiviert, regelmäßig auf das Programm hinzuweisen.
  • Die Anonymität der Beschäftigten bleibt bei der Beratung vollständig gewahrt. Damit wird zugleich die hohe Akzeptanz des Angebots sichergestellt.
  • Ein Beratungstermin innerhalb von 14 Tagen wird garantiert.
  • Das Unternehmen trägt die vollen Kosten für die Beratung.

Ansprechpartner*in

Helmut Wallrafen
Geschäftsführer
Sozial-Holding der Stadt Mönchengladbach GmbH
August-Monforts-Straße 12/16
41065 Mönchengladbach
E-Mail schreiben
Telefon: 02161 – 6866 4111


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