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DemOS „Demenz – Organisation – Selbstpflege“

Die Pflege und Betreuung von Menschen mit Demenz in der stationären Altenhilfe stellt große Anforderungen an Pflegende. In acht stationären Einrichtungen erprobte das Projekt Demenz – Organisation – Selbstpflege (DemOS) ein Interventionsprogramm, das ein auf die Pflege von Menschen mit Demenz ausgerichtetes Qualifizierungskonzept mit gezielten Begleitungsprozessen kombinierte. Das Programm wurde auf die spezielle Situation in der Einrichtung abgestimmt und war mit Maßnahmen zur Gesundheitsförderung und Selbstpflege angereichert.

DemOS wurde als eines von drei Pflegeprojekten im Förderschwerpunkt „Demografischer Wandel in der Pflege“ im Rahmen des „Modellprogramms zur Bekämpfung arbeitsbedingter Erkrankungen“ gefördert.

AUSGANGSPUNKT des Projektes waren Studienergebnisse, wonach zwei Drittel der Bewohnerinnen und Bewohner in Pflegeeinrichtungen demenzielle Veränderungen aufweisen. Weiterhin ist bekannt, dass Pflegende mit ihrer Arbeit dann zufrieden sind, wenn ihnen angemessene Ressourcen und Möglichkeiten zur Verfügung stehen, um mit ihrer Arbeit zum Wohlbefinden der Bewohner und Bewohnerinnen beizutragen. Nun sind die Pflegenden die wertvollste Ressource, über die Pflegeeinrichtungen verfügen. Es muss deshalb das Ziel sein, ihre Arbeitskraft zu erhalten, eine hohe Pflegequalität zu sichern und eine positive Einstellung zu fördern. Das setzt einen wertschätzenden Umgang seitens der Leitung voraus, der eine gute Selbstpflege unterstützt und entsprechende Förderung anbietet.

ZIELGRUPPE des Projektes waren Pflegende in der stationären Altenhilfe, sowie deren Führungskräfte und Einrichtungsleitungen. Insgesamt acht Einrichtungen beteiligten sich an DemOS:

  • Altenzentrum Franziskusheim, Villingen-Schwenningen
  • Altenzentrum St. Franziskus, Mühlacker
  • Haus Adam Müller-Guttenbrunn, Stuttgart
  • Hilde und Eugen Krempel-Haus, Stuttgart
  • Pflegeheim St. Johannes, Waldstetten
  • Seniorenzentrum Holle, Holle
  • Spital Neutann, Domizil für Menschen mit Demenz, Wolfegg
  • Spittler-Stift, Schorndorf.

DemOS verfolgte fünf übergeordnete ZIELE:

  1. Erhöhung der Arbeitszufriedenheit
  2. Erhalt der Arbeitsfähigkeit
  3. Verbesserung des sozialen Klimas
  4. Erhöhung der Pflegequalität
  5. Verminderung von Burnout.

ERGEBNISSE

Im Rahmen des Projektes entwickelte die Demenz Support Stuttgart gGmbH ein Interventionskonzept, mit dessen Hilfe die Arbeits- und Belastungssituation in der Pflege von Menschen mit Demenz verbessert werden kann. Das Konzept basiert auf drei Bausteinen:

  • Analyse der Ausgangssituation:
    Erhebung von Basisdaten, Erfassung der Potenziale der Einrichtung; Sondierung möglicher Probleme vor Ort; Ermittlung des Handlungsbedarfs
  • Qualifizierung:
    die Qualifizierung erfolgte als „Inhouse-Schulung“ in Ganztagesveranstaltungen; der Schwerpunkt liegt auf der Selbsterfahrung und Aktivität der Lernenden; die Arbeit an konkreten Fällen unterstützt die Praxisrelevanz
  • Prozessbegleitung vor Ort:
    eine konstante Ansprechpartnerin aus dem Interventionsteam sichert die zielorientierte Durchführung des Programms in Form moderierter Arbeitsgruppen und eines Trainings „on the job“.

Die im Projekt beteiligten Pflegekräfte beurteilten die Intervention positiv. Ihr arbeitsbezogenes Stresserleben konnte reduziert werden. Hinsichtlich der wahrgenommenen Selbstwirksamkeit konnte eine nachhaltige Steigerung erzielt werden. Die wahrgenommenen Belastungen stiegen allerdings fünf Monate nach der Intervention wieder an. Dies deutet darauf hin, dass eine kontinuierliche Prozessbegleitung für eine Verstetigung der positiven Ergebnisse erforderlich ist. Besonders profitieren konnten Pflegefachkräfte und Einrichtungen bzw. Wohnbereiche mit einem integrativen Versorgungskonzept.

Darüber hinaus wurden diverse Materialien in der „Medienmappe DemOS“ zusammengefasst, darunter:

  • der „Check Arbeitsplatz Pflegeheim“:
    Dieser richtet sich in erster Linie an Leitungskräfte. Mit seiner Hilfe kann die gegenwärtige Situation in der Einrichtung oder in einem Wohnbereich überprüft und können Schwachstellen identifiziert werden. Lösungstipps und Hinweise auf weiterführende Literatur geben Impulse für Verbesserungen am Arbeitsplatz Pflegeheim.
  • die Broschüre „Mit schwierigen Themen in der Pflege offen umgehen“:
    Diese sensibilisiert Pflegende für kritische Situationen im Arbeitsalltag, die noch zu häufig als Tabuthemen behandelt werden – Gewalt-, Ekel- und Schamerfahrungen bei Pflegearbeit.
  • Eine DVD mit zwölf Kurzfilmen:
    Diese gibt einen lebendigen Einblick in die praktische Umsetzung des Interventionskonzeptes und veranschaulicht acht Praxisbeispiele. Für alle Kurzfilme stehen thematische Praxishilfen mit weiteren Informationen und Anregungen bereit.

Die Medienmappe kann im INQA-Webshop bestellt werden.

Ansprechpartner*in

Christina Kuhn
Forschung, Beratung und Qualifizierung
Demenz, Support gGmbH, Zentrum für Informationstransfer
Hölderlinstraße 4
70174 Stuttgart
Bochum
E-Mail schreiben
Telefon: 0711 - 997 - 8713

Steckbrief

Themen: Demenz, psychische Gesundheit, Arbeitsorganisation

Projektlaufzeit

2010 bis 2013


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